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Gefälschte Fahrzeugdokumente erkennen – und sicher kaufen

  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Mehrere Fahrzeugpapiere liegen übereinander, darüber prangt in roter Schrift ein großer Stempel mit dem Wort „FAKE“.

Fahrzeugpapiere prüfen: So schützen Sie sich vor Betrug


Der Kauf eines Gebrauchtwagens ist Vertrauenssache – doch nicht jeder Verkäufer spielt mit offenen Karten. Immer wieder kommt es zu Fällen, bei denen gefälschte Fahrzeugdokumente im Spiel sind. Ob manipulierte Zulassungsbescheinigungen, gefälschte TÜV-Berichte oder erfundene Wartungsnachweise: Der Schaden für Käufer kann erheblich sein.


Das erwartet Sie hier:



Diese Fahrzeugpapiere sind beim Autokauf besonders wichtig


Beim Kauf eines Gebrauchtwagens sollten Ihnen folgende Originaldokumente unbedingt vorliegen:


  1. Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)

  2. Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)

  3. HU-/AU-Bescheinigung (TÜV, Dekra, GTÜ o. ä.)

  4. Serviceheft / digitales Wartungsbuch

  5. Rechnungen über durchgeführte Reparaturen oder Inspektionen

  6. COC-Papier (EG-Übereinstimmungsbescheinigung, bei Importfahrzeugen)

  7. Bei Leasingrückläufern oder Firmenwagen: Übergabeprotokolle, Vollmachten


Wichtig: Legen Sie sich Kopien dieser Unterlagen nicht nur beim Kauf zurecht – sondern prüfen Sie sie genau, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.


Welche typischen Fälschungen kommen beim Autokauf vor?


Betrüger nutzen unterschiedlichste Methoden, um Fahrzeuge wertvoller erscheinen zu lassen oder den echten Ursprung zu verschleiern. Häufige Maschen:


  • Gefälschte Zulassungsbescheinigungen (Teil I und II) mit geänderten Halterangaben

  • Tachomanipulation, gestützt durch gefälschte TÜV-Berichte oder Wartungsnachweise

  • Gefälschtes Scheckheft oder gestempelte Wartungseinträge ohne Werkstattbezug

  • Manipulierte COC-Papiere bei Reimporten

  • Nicht zum Fahrzeug gehörige Papiere bei gestohlenen oder stillgelegten Autos

Eine professionelle Fälschung ist für Laien schwer zu erkennen – deshalb lohnt sich ein geschulter Blick oder ein Abgleich mit offiziellen Datenbanken.


Wie kann ich gefälschte Fahrzeugdokumente erkennen?


Wenn Sie gefälschte Fahrzeugdokumente erkennen möchten, sollten Sie besonders auf folgende Hinweise achten:


Bei Zulassungsbescheinigung Teil I und II:


  • Papierqualität prüfen: Originale fühlen sich wie „Banknotenpapier“ an

  • Sicherheitsmerkmale vorhanden? (s. nächster Abschnitt)

  • Sichtbare Radierungen, Tipp-Ex oder unterschiedliche Schrifttypen?

  • Stimmen Fahrzeug-Identnummer (FIN), Halterdaten und Erstzulassung mit dem Fahrzeug überein?

  • Sind Stempel sauber, vollständig und identifizierbar?


Bei TÜV-/HU-Berichten:


  • Logo und Layout des Prüfunternehmens korrekt?

  • Ist der Bericht vollständig, mit Prüfstellennummer und Prüfdatum?

  • Stimmen Fahrgestellnummer und Kennzeichen mit dem Fahrzeug überein?


Beim Serviceheft:


  • Entsprechen die Stempel bekannten Vertragswerkstätten?

  • Ist die Chronologie der Kilometerstände logisch?

  • Gleiche Handschrift auf allen Seiten? Auffällig saubere Einträge?


Tipp: Überprüfen Sie im Zweifel telefonisch, ob Werkstätten oder Prüfstellen die Einträge tatsächlich vorgenommen haben.


Welche Sicherheitsmerkmale enthalten die Zulassungsbescheinigungen?


Original-Zulassungsbescheinigungen in Deutschland (nach 2005) enthalten mehrere Sicherheitsmerkmale:


  • Farbverlauf im Hintergrund (pastellgrün bei Teil I, pastellrosa bei Teil II)

  • Wasserzeichen mit dem Bundesadler (sichtbar gegen das Licht)

  • Sicherheitsfäden und Mikro-Schriftzüge

  • Maschinenlesbarer Code / Seriennummer

  • UV-Merkmale (nur mit Schwarzlicht sichtbar)


Fehlt eines dieser Merkmale oder wirkt das Dokument wie eine Kopie? Dann sofort misstrauisch werden!


Was tun, wenn ich nach dem Kauf feststelle: Die Fahrzeugpapiere sind gefälscht?


Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Fahrzeugdokumente gefälscht waren:


  1. Fahrzeug nicht weiterverkaufen oder ummelden – riskieren Sie keine Straftat

  2. Polizei informieren und Anzeige erstatten

  3. Verkäufer kontaktieren (falls erreichbar) und Kaufvertrag bereithalten

  4. Rechtsberatung einholen – besonders bei Verdacht auf Hehlerei oder Betrug

  5. ADAC-Mitglieder können sich kostenlos juristisch beraten lassen


Leider gilt: Je später der Betrug auffällt, desto schwieriger wird eine Rückabwicklung – daher ist Prüfung vor dem Kauf absolut entscheidend.


Gefälschte Fahrzeugdokumente erkennen – besser vor dem Kauf als danach


Wer einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, sollte sich nicht nur auf den äußeren Eindruck verlassen. Fahrzeugpapiere sind ein zentrales Sicherheitsmerkmal – und oft der erste Hinweis auf mögliche Betrugsversuche.

Prüfen Sie Zulassung, TÜV-Berichte und Serviceheft sorgfältig. Achten Sie auf Sicherheitsmerkmale und logische Zusammenhänge. Lassen Sie bei Unsicherheit Profis mitprüfen


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